Schimmeltest – Den Schimmel bestimmen

Um die Gefährlichkeit und die Giftstoffe von Schimmelpilz zu bestimmen, wird ein Schimmeltest durchgeführt. Hier gibt es jedoch nicht nur eine Möglichkeit, sondern gleich mehrere Varianten, die sich eignen. Im Handel werden auch Schimmeltests für den Heimgebrauch angeboten.

Schimmel testen lassen – Wie es funktioniert

Ist der Schimmel entdeckt, dann stellt sich jeder die Frage, in wie weit der Schimmelpilz für die eigene Gesundheit gefährlich ist. Nicht selten sind die Auswirkungen, insbesondere von schwarzem oder grünem Schimmel, direkt über die Schleimhäute wahrzunehmen. Die Augen brennen oder tränen, es besteht ein Niesreiz oder es kommt zu Hustenanfällen und Übelkeit, wenn man vor der mit Schimmel befallenen Stelle steht. Um Klarheit zu schaffen und auch die geeignete Schimmelbeseitigungsmaßnahme zu finden, ist der Schimmeltest die sichere Lösung. In der Praxis werden dazu Proben vom Schimmel genommen, die sich allerdings aufgrund der Methodik unterscheiden in:

  • Abklatschprobe
  • Klebefilmprobe oder Kontaktprobe
  • Materialprobe
  • Staubprobe
  • Raumluftprobe
  • Sedimentation
  • Partikelansammlung
  • MVOC-Messung

Welches Verfahren zum Einsatz kommt, hängt unter anderem davon ab, ob der Schimmelbefall sichtbar ist oder ob ein Verdacht auf Schimmel in der Luft besteht. Weiterhin sind auch mehrere, unterschiedliche Verfahren parallel möglich, um eine 100%ige Gewissheit zu erhalten. Meistens entscheiden die Fachleute für die Schimmelsanierung oder Sachverständige über den geeigneten Schimmeltest. Bei der Materialprobe wird Schimmel von der betroffen Stelle entnommen und im Labor untersucht. Die Abklatschprobe unterscheidet sich von der Materialprobe dadurch, dass hier minimale Schimmelproben direkt auf ein Nährmedium aufgebracht werden. Die Kontakt- oder Klebefilmprobe, bei der etwas Schimmel mit Klebefilm abgenommen wird, ermöglicht eine schnelle Analyse, ob es sich tatsächlich um Schimmelpilz oder andere Partikel wie Ruß, Salzausblühungen oder sonstige Pilze handelt. Auch Staub und Luft können auf Schimmelsporen hin untersucht werden. Dazu erfolgt eine fachgerechte Aufnahme bzw. das Aufsaugen mit speziellen Geräten, diese Proben werden anschließend im Labor untersucht. Die Sedimentation ist ein Verfahren, das sehr häufig auch bei den Selbsttests für zuhause zu finden ist. Dazu werden Schalen mit Nährmedien im Raum aufgestellt, in denen sich Schimmelsporen ansammeln. Die Kultivierung des Pilzes und die Analyse erfolgen ebenfalls im Labor.

Der Schimmelspürhund – ein Tier mit feiner Nase

Die Nase eines Hundes ist viel sensibler als die des Menschen. Spürhunde werden daher nicht nur in der Drogenfahndung eingesetzt, sondern auch bei der Suche nach verstecktem Schimmel. Seine Nase führt den ausgebildeten Schimmelspürhund direkt an Stellen, hinter denen sich Schimmelbestandteile, die auf den ersten Blick noch nicht zu erkennen sind, verbergen. Der Einsatz von Schimmelspürhunden nimmt zu, da so gezielt befallene Bereiche schneller ausfindig gemacht werden können, als es durch reine Schimmelproben der Fall ist.

Schimmeltest für Zuhause

Schimmeltests für den Verbraucher finden sich als Materialprobe, Klebeprobe oder Raumluftprobe. Nach der Entnahme von Proben werden diese an ein genanntes Labor gesandt und ausgewertet. Der Raumluft-Test enthält ein oder mehrere Schalen mit einem Nährmittel, in denen Schimmelsporen aus der Luft aufgenommen werden. Die Preise für Tests und Auswertung variieren von Anbieter zu Anbieter. Auch werden Laborleistungen gestaffelt angeboten, z.B. einfache Analyse zur Bestimmung der Schimmelart, Testung auf Schimmelpilzgifte, etc. Grundsätzlich ist gegen solche Schimmeltests nichts einzuwenden, bedenklich wird es jedoch, wenn der Verbraucher die Pilze selbst kultivieren soll (Raumluft-Tests), um sie dann anhand von Definitionsanleitungen zu bestimmen. Das ist nicht nur unsicher, sondern auch risikobehaftet, denn der Laie hantiert hier mit Pilzen herum, für die er weder die laborgerechte Ausstattung noch geeignete Schutzvorkehrungen besitzt.