Schimmelarten – Wahrhaftig ein kompliziertes Geflecht

 

Schimmelarten

Wenn von Schimmelarten die Rede ist, schießt dem Laien direkt die Farbe des Schimmelbelags in den Kopf. Gemeint ist damit allerdings die fachliche Bezeichnung des Schimmelpilzes nach seinen Zusammensetzungen und Vorkommen im natürlichen und synthetischen Bereich. Das Gebiet der Schimmelpilze ist weitläufig, denn es gibt zahlreiche Arten und noch mehr Gattungen.


Der Schimmelpilz und die Schimmelsporen

Schimmelpilze kommen überall in der Natur vor oder sie werden synthetisch im Labor gezüchtet. Ein Schimmelpilz besteht aus Wurzelgeflecht (Myzel), Fruchtkörper und Sporen. Schimmelpilze wachsen in der Erde und dienen damit der natürlichen Verrottung, z.B. Kompost, aber auch auf Lebensmitteln und organischen Stoffen gedeihen sie. Bei den Schimmelpilzarten liegen die Schätzungen bei ca. 100.000 definierten und weit über 250.000 existierenden Exemplaren. Jede Art hat dabei wieder etliche Gattungen vorzuweisen. So finden sich bei den Arten, die häufig auch in der Wohnung zu Schimmelproblemen führen, z.B. Namen wie Aspergillus flavus, Aspergillus niger, Aspergillus Versicolor oder Cladosporium. Schimmelpilze unterscheiden sich durch ihre Fruchtkörper, die für den Schimmelbelag und das Aussehen verantwortlich sind. Hier wird überwiegend unterschieden in Köpfchenschimmel, Pinselschimmel und Gießkannenschimmel. Schimmelpilze vermehren sich über die Sporen. Es genügt dabei, wenn die Schimmelsporen einen geeigneten Nährboden finden, damit ein neuer Schimmelpilz ausreift. Zu diesen Nährmitteln zählen in der Wohnung:

  • Tapete
  • Holz
  • Gipskartonplatten
  • Blumenerde
  • Feuchte, warme oder kalte Raumluft
  • Feuchte Wände
  • Lebensmittel

Welche Bedeutung hat die Schimmelfarbe?

Schimmelarten FarbenFür die Klassifizierung des Schimmelpilzes und die Risiko-Analyse bezüglich Gesundheitsschäden ist die Schimmelfarbe in erste Linie unbedeutend. Dazu sollte man wissen, dass die Mehrzahl der Pilze weiß ist und sich über die Ausbildung des Fruchtkörpers verfärben kann. So entsteht dann schwarzer Schimmel, grüner Schimmel oder auch gelber Schimmel. Daher ist es zum Beispiel bei Schimmel in der Wohnung, der sich auf einer Fläche mit unterschiedlichen Farben zeigt, durchaus möglich, dass sich hier verschiedene Pilzarten angesiedelt haben.

Gesundheitsschädigende Wirkung von Schimmelarten

Auch Schimmelpilze verfügen über einen aktiven Stoffwechsel. Die Stoffwechselprodukte, die Mykotoxine, können dabei Giftstoffe enthalten, die für den Menschen gefährlich sind. Um das Gesundheitsrisiko einzustufen, sind Schimmeltests, die im Labor ausgewertet werden, erforderlich. Zahlreiche Schimmelarten verursachen gesundheitliche Beeinträchtigungen, einige sind lebensgefährlich, andere stehen im Verdacht, Krebs erregend zu sein. Häufig werden Allergien, Kopfschmerzen, Atemwegserkrankungen, Übelkeit und Hautausschläge bei Schimmelbefall beobachtet. Besonders Immun geschwächte Personen wie Kinder und Menschen mit chronischen Krankheiten reagieren auf Schimmelpilz schneller und mitunter heftiger, als Erwachsene oder gesunde Menschen.