Mietrecht und Schimmel

Mietrecht bei SchimmelSchimmel in der Mietwohnung oder in der gemieteten Immobilie beschäftigt die Gerichte immer wieder. So finden sich auch im Mietrecht diesbezüglich Paragraphen, die Streitfälle zwischen Mietern und Vermietern regeln. Jedes Jahr werden darüber hinaus zahlreiche Einzelfälle vor den Landesgerichten verhandelt, die je nach Beweislast entschieden werden. Sowohl Mieter als auch Vermieter müssen beweisen können, dass der jeweils andere für das Schimmelproblem verantwortlich ist.

 

 

 


Mietverträge – Bei Schimmelproblemen kommt es auf Details an

Der Mietvertrag ist die wichtige Grundlage für Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter. Hier können sich schon Regelungen für die Schimmelproblematik finden, die später zu Gunsten der einen oder anderen Partei herangezogen werden. Weist zum Beispiel der Vermieter schriftlich im Mietvertrag auf das Lüft- und Heizverhalten des Mieters hin, so hat der Mieter schlechte Karten, wenn nachgewiesen wird, dass er den Schimmelbefall durch Nachlässigkeit dieser Regelung verursacht hat. Umgekehrt kann der Mieter sich vom Vermieter schriftlich im Vertrag bestätigen lassen, dass bei Einzug in Haus oder Wohnung keine Schimmelproblematik bestand und auch keine offensichtlichen Baumängel vorlagen, die zu Schimmel hätten führen können. Ein großes Problem sind versteckte Bauschäden oder Baumängel, die selbst dem Vermieter nicht bekannt waren, als der Mietvertrag geschlossen wurde.

Das Kündigungsrecht beider Parteien im Fall von Schimmelvorkommen

Wer ist am Schimmelbefall Schuld? Das ist die Frage, die auch die Mietwohnung Kündigungsfrist bestimmt. Doch in der Praxis liegt diese Antwort nur selten glasklar auf der Hand. Vielmehr müssen Mieter und Vermieter erst einmal den Beweis erbringen, dass der jeweils andere den Schaden verursacht hat. Vor der fristlosen Kündigung steht jedoch zunächst die Schadensbehebung. Dazu haben beide Parteien eine angemessene Frist zu setzen. Wird der Schimmel oder die Schimmelursache in dieser Zeit nicht beseitigt, so ist eine fristlose Kündigung des Mieters möglich. Bevor es jedoch an die Fristsetzung geht, sollte die Schuldfrage geklärt sein, dazu wird in vielen Fällen ein Schimmel Gutachten notwendig, denn nicht immer kann anhand des Schimmelvorkommens auf Fehlverhalten oder Baumängel geschlossen werden. In jedem Fall ist der Mieter angehalten, Schimmel, den er in seiner Wohnung entdeckt, unverzüglich dem Mieter anzuzeigen, damit dieser reagieren kann.

Mietminderung bei Schimmel in der Wohnung

Die Mietminderung ist ein beliebtes Thema, wenn Schimmel in der Wohnung vom Mieter entdeckt wird. Beruht der Schimmelbefall auf Mängeln an der Mietsache, z.B. bauliche Schäden oder Wasserschäden, die der Vermieter zu vertreten hat, so kommt eine Mietminderung bis zur Behebung der Ursache und des Schadens in Frage. Mieter können die Miete auch bei Verdacht auf Baumängel, die zur Schimmelbildung geführt haben, selbstständig mindern und weniger überweisen, sollte sich jedoch herausstellen, dass es eine Fehleinschätzung des Mieters war, so hat er das Geld zurückzuzahlen. Die Höhe der Mietminderung wird nach dem Schimmelausmaß und der entsprechenden gesundheitlichen Gefährdung berechnet. Allerdings ist hier unbedingt ein Gutachten erforderlich, dass genaue Analysen des Schimmels beinhaltet.

Wo Rechte sind, da sind auch Pflichten

Im Mietrecht ist es nicht anders, als in allen anderen Rechtsbereichen. Mieter und Vermieter haben sowohl Rechte als auch Pflichten. Der Mieter hat die gemietete Wohnung pfleglich zu behandeln, dazu gehört auch das regelmäßige Lüften oder Heizen. Liegen sachliche Mängel an der Mietsache vor, für die der Vermieter verantwortlich ist, so hat der Mieter das Recht auf Mietminderung und fristlose Kündigung der Mietwohnung. Umgekehrt obliegt es dem Vermieter, dafür zu sorgen, dass dem Mieter die Mietwohnung ohne bauliche Mängel übergeben wird, es sei denn, der Mietvertrag enthält dementsprechend Vermerke und Hinweise.