Mietminderung bei Schimmel

Mietminderung bei SchimmelStellt der Mieter in seiner Wohnung Schimmel fest, so ist das für ihn eine Situation, die sich bedenklich auf die Gesundheit auswirken kann. Die Frage, die ausschlaggebend ist, um eine Mietminderung zu erzielen, ist, ob der Mieter oder der Vermieter für das Schimmelproblem verantwortlich sind. Diese Frage lässt sich in der Praxis meist nur mit einem Gutachten über den Schimmelbefall und die möglichen Beeinträchtigungen genau klären. Auch für die Höhe der Mietminderung ist eine Analyse entscheidend, denn einen pauschalen Satz gibt es hier nicht. Vielmehr entscheiden die Landgerichte immer im Einzelfall, wobei die Mietminderung sehr unterschiedlich ausfallen kann.


Voraussetzung für eine Mietminderung

Eine Mietminderung bei Schimmel setzt voraus, dass der Mieter das Schimmelproblem nicht zu verantworten hat und es auf Baumängel, vernachlässigte Instandhaltungs- oder Reparaturarbeiten des Vermieters oder sonstige Schäden, die nicht im Ermessen des Mieters liegen, zurückzuführen sind. Keine Mietminderung kann der Mieter beanspruchen, wenn der Schimmel aufgrund seines Wohnverhaltens entstanden ist. Ausgeschlossen ist eine Mietminderung in folgenden Fällen:

  1. Abstellen der Heizung aus Spargründen im Winter, Gefahr von kalter Feuchtigkeit, die zur Schimmelbildung führt
  2. Aquarien oder Pflanzen in der Wohnung, die zu einer überhöhten Luftfeuchtigkeit führen, die nicht durch Entfeuchten oder Lüften vom Mieter beseitigt wurde
  3. Vernachlässigtes oder unterlassenes Lüften

 

Im Mietalltag kommt jedoch oft ein Verschulden beider Parteien in Frage oder die Streitfrage, wer es war, kann nicht zweifelsfrei beantwortet werden. Ein Schimmelgutachten gibt Aufschluss über Art und Gesundheitsrisiko, Ausbreitung des Schimmels und mitunter auch zur Ursache. Wird der Schimmelbefall eindeutig Gründen, die der Vermieter zu verantworten hat, zugeordnet, so legt das Gericht die Höhe der Mietminderung bei Schimmel fest. So finden sich in den zahlreichen Urteilen von 2 bis 90 % Mietminderung, je nach Beeinträchtigung für den Mieter.

Rechtzeitige Anzeige von Schimmel beim Vermieter

Die Entdeckung von Schimmel sollte dem Vermieter ungehend, am besten am gleichen Tag, und schriftlich mitgeteilt werden, wenn das eigene Verschulden des Mieters ausgeschlossen ist oder zumindest bezweifelt wird. Normalerweise treffen sich beide Parteien dann vor Ort zur Bestandsaufnahme. Bei unstreitigen Fällen, in denen der Vermieter verantwortlich ist, hat der Mieter dem Vermieter eine angemessene Frist zwischen 2 und 4 Wochen zu setzen, um den Schimmel zu beseitigen. Erfolgt keine Mängelbeseitigung, so hat der Mieter die Möglichkeit der fristlosen Kündigung. Für die Zeit, in der er mit dem Schimmel leben musste, kann er zudem eine Mietminderung geltend machen. Unabhängig davon hat der Mieter den Anspruch auf eine Mietminderung bei Verschulden des Vermieters, die in der Regel gerichtlich nach Gutachten festgelegt wird. Darüber hinaus kann der Mieter bis zur vollständigen Behebung der Mängel die vollständige Miete unter Vorbehalt zahlen.

Worauf Mieter bei der Wohnungsbesichtigung achten sollten

Noch bevor die Unterschrift unter den Mietvertrag gesetzt wird, sollten Mieter ihre zukünftige Wohnung genau unter die Lupe nehmen. Gibt es vielleicht schon Anzeichen für Schimmelpilze? Wie sieht es mit der Belüftung für Küche und Bad aus, sind Fenster vorhanden oder nur eine Entlüftungsanlage, um die sich schon schwarze Flecken ziehen? In welchem Zustand sind die Fugen? Fensterrahmen und Fensternischen sollten kontrolliert werden. Es lohnt sich, in Ecken und Nischen, hinter Möbeln und am Deckenübergang nach Schimmelspuren zu suchen. Auch lose oder blasige Tapeten können ein Indiz für Feuchtigkeitsschäden sein. In der Hektik wird oft nicht daran gedacht und außerdem will man die Wohnung ja unbedingt haben. Da übersieht man gerne das eine oder andere. Doch ein wachsames Auge im Vorfeld erspart Kummer und Sorgen. Und was schriftlich festgehalten wird, das kann man Schwarz auf Weiß getrost nach Hause tragen.